Die Chronik - von 1973 bis heute
Mit folgender Anzeige in der Ratinger Lokalpresse begann die Arbeit des KONZERTCHOR RATINGEN:
In der Stadt soll ein Musikverein gegründet werden, dessen Repertoire, anders als z.B. bei Kirchenchören, nicht an bestimmte Bereiche der Musik gebunden ist. Wer gern singt und diesem Chor beitreten möchte, kann sich an das Kulturamt wenden.
Zur Gründungsversammlung erschienen 25 Sängerinnen und Sänger. Es wurde ein Vorstand gewählt und die Chorvereinigung erhielt den Namen Chor ´73 Ratingen.
Jutta Stratmann wurde mit dem Vorsitz betraut.
Sie hatte ( Zitat aus dem Buch H. P. Betzholz): „Die schwierige Aufgabe der Gründung und der ersten Schritte übernommen.“ Als Chorleiter wurde Josef A. Waggin gewonnen, der auch heute noch am Pult des Chores steht.
Mit dem ersten Konzert im Stadttheater begann eine Reihe erfolgreicher Auftritte, die auch mit Reisen ins Ausland verbunden waren. Nach dem ersten Konzert (Zitat aus Betzholz) titelte die Presse: „Ein anspruchsvolles Chordebüt“ und weiterhin: „Die Stadt Ratingen hat ganz offenbar einen weiteren guten, viel versprechenden Chor, denn das Debüt des Chor ´73 unter der Leitung von Josef A. Waggin war im ganzen gesehen ein großer Erfolg. Bemerkenswert war die beinahe profihaft anmutende Vorbereitung des Konzertes. Die Ratinger Bevölkerung honorierte es mit einem fast ausverkauften Haus und am Schluss mit stürmischem Beifall.“
Ende 1975 erhielt der Chor auf Antrag die Mitgliedschaft im VdOK, dem Verband deutscher Oratorien- und Kammerchöre und wie als Belohnung im Jahre 1976 den Auftrag, zur Einweihungsfeier der Ratinger Stadthalle mit "Die Himmel rühmen" von Ludwig van Beethoven seinen ehrenvollen Beitrag zu leisten. Im Jahr darauf folgten, ebenfalls im Auftrag der Stadt anlässlich der 700-Jahrfeier, "Die Jahreszeiten" von Josef Haydn.
Im Jahr 1977 übernahm Theo Rathofer den Vorsitz. Der Chor gab in "seinen" Jahren 5 Konzerte und in seine Amtszeit fiel die erste Auslandsreise nach Nizza an der Cote d´Azur.
1980 übernahm für dreizehn lange Jahre Heinz Betzholz den Vorsitz, der sich und dem Chor in seinem Buch: "Ein Chorsänger blickt zurück- 25 Jahre Chor ´73" ein eindrucksvolles Denkmal setzte. Wir werden noch des öfteren aus dem Buch zitieren. Am Ende seiner Amtszeit wurde der inzwischen sehr erfolgreiche Chor 20 Jahre alt - mehr als 48 Konzerte wurden gegeben. Begegnungen auf Chorreisen führten zu gemeinsamen Chorveranstaltungen mit inzwischen befreundeten anderen Chören.
Diese Begegnungen führten u.a. im Jahre 1986 zur Chorreise zum österlichen Festival nach Lourdes in Frankreich in zwei eigens für uns reservierten Kurswagen und 1988 ging es mit zwei Bussen nach Ungarn, wo zusammen mit dem Franz-Liszt-Chor aus Baja "Salomo" von Händel zur Aufführung kam. Es wurde eine Chorpartnerschaft durch Urkunde besiegelt. (Zitat J.A. Waggin): "...als bei der Unterzeichnung …spontan einige ungarische Chormitglieder Schillers "Ode an die Freude" in Beethovens Vertonung der 9. Sinfonie mit den Worten "alle Menschen werden Brüder" anstimmen, blieb kein Auge trocken." Zum Mozartjahr 1991 kam das "Requiem" zur Aufführung, zu dem der Maler Yoshio Yoshida ein Tryptichon für die Bühne schuf, welches zum Ablauf der Musik mit (Zitat) "Lichteffekten den Zuhörer weg vom ausschließlichen Konsum der Töne zum Mitdenken anregen und so die Musik Mozarts neu erfahren" sollte. Im Jubiläumsjahr 1993 übergab Heinz Betzholz den Stab des Vorsitzenden an Ulrich Neujean.
Im Jahr 1993 übernahm Ulrich Neujean den Vorsitz im Konzertchor sowie auch im neugegründeten Förderverein. Dieser wurde von ihm ins Leben gerufen, um die wirtschaftliche Seite des Chores durch zusätzliche Förderhilfe zu stützen. Auf seine Anregung hin gibt es für die Konzerte seit 1994 ein Jahresabonnement, das beim Ratinger Konzert- Publikum eine große Resonanz erfuhr. Für die im selben Jahr aufgeführte h-moll Messe von J.S. Bach wurde wieder der japanische Maler Yoshio Yoshida bemüht. Er schuf für die Rückwand der Bühne sieben Ölbilder und bezeichnete sie als "Gezeichnete h-moll-Messe des J.S. Bach" - sie waren später im Stadtmuseum zu bewundern.
Aus dem Grußwort anlässlich des 25. Chor-Jubiläums zitieren wir J.A. Waggin: "Unvergesslich bleibt mir das "Versöhnungskonzert" zum 50. Jahrestag der Beendigung des 2. Weltkrieges, das wir gemeinsam mit dem Festivalchor Venlo mit Verdis "Messa da requiem" in den Niederlanden aufgeführt haben". (Zitatende) Zum 200. Geburtstag Franz Schuberts im Jahre 1997 kam es wiederum zu einer Kooperation mit dem Festivalchor für zwei Schubert-Konzerte. Im Rahmen des "Festival Religieuze Muziek" sangen wir gemeinsam in Venlo die Messe Es-Dur und das Intende Voci. In Ratingen sollte das Magnificat hinzukommen.
1998 wurde die bisherige Schriftführerin Gudrun Braun zur 1. Vorsitzenden gewählt. Der Chor war vor 25 Jahren gegründet worden und Zitat J.A. Waggin: …hat schon seit vielen Jahren die Ebene des "dilettantischen" Laienchorwesens verlassen. Anlässlich des Jubiläums kamen in der Stadthalle zur Aufführung: Mozarts Messe in c-moll, von Johannes Brahms die Akademische Festouvertüre, von G. Verdi Inno delle nazioni und zum Ausklang Henry Woods Fantasy on british sea-songs, sowie Edward Elgars mitreißendes "Pomp and circumstance".
Der VDKC (Verband Deutscher Konzertchöre) sprach dem Chor herzliche Glückwünsche aus und erlaubte sich, anstelle eines Blumenstraußes einige "Blüten" mit freundlicher Empfehlung beizufügen.
Am 30. Juni 2001 applaudierten 1700 begeisterte Gäste in der Ratinger Eissporthalle. Anlässlich des 725. Geburtstages der Stadt bot unser Chor den Ratinger Bürgern ein ganz besonderes Erlebnis: eine Orchestergala der CARMINA BURANA in der Eissporthalle der Stadt mit 200 Sängern und dem Philharmonischen Orchester Südwestfalen unter der Leitung Josef A. Waggins, dazu eine hinreißende Mascherata durch das BALLETT DEUTSCHE OPER AM RHEIN unter Leitung von Youri Vamos, der seine "ins Ballett umgesetzte Konzeption der CARMINA BURANA ausschließlich durch Musik inspiriert" sah.
Auf der Jahresversammlung im Februar 2005 stellte sich Gudrun Braun, inzwischen Gudrun Waggin aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl.

Es wurde Monika Kißling gewählt, die dem Chor seit 1987 angehört. In ihrem ersten Vorwort im Programmheft zur CARMINA BURANA im September 2005 kam sie auf die von Gudrun Waggin als Anliegen bezeichneten neuen Wege zurück, die in Zukunft neben den musikalischen Akzenten auch neuen Darbietungsformen Raum geben können. Sollte doch an diesem Abend der Schauspieler und Kabarettist Rolf Berg sen. zu Wort kommen, der zum "Karneval der Tiere" Saint-Saëns die von LORIOT verfassten Texte rezitierte.
Nach zwei erfolgreichen Konzertreisen - im März 2008 nach Florida und im Oktober 2010 nach Israel - wechselte der Vorstand und Norbert Konitzer übernahm den Vorsitz. Ein Glanzlicht setzte die Elias-Aufführung zusammen mit dem Israel Chamber Orchestra im Frühjahr 2011, die im Rahmen der Jüdischen Kulturtage NRW in Ratingen möglich wurde. Derzeitig laufen die Planungen für eine Jubiläumsgala im Herbst 2013 an, mit der der Konzertchor '73 sein 40-jähriges Chorjubiläum feiern wird.
In den vergangenen Jahren kamen über 50 Chorwerke zur Aufführung, die in der Presse ein stets positives Echo fanden. Hier finden Sie eine Auswahl aus den letzten Jahren:
Bach
- Magnificat
- Johannes-Passion
- Matthäus-Passion
- Weihnachtsoratorium
Beethoven
- Messe in C-Dur
- Missa solemnis
- 9. Sinfonie
Brahms
Bruckner
Dvorak
Händel
Haydn
- Jahreszeiten
- Schöpfung
- Nelson-Messe
Gounod
Mendelssohn
- Elias
- Paulus
- 2. Sinfonie
- Die erste Walpurgisnacht
Mozart
- Krönungsmesse
- Messe c-moll
- Requiem
- Exsultate jubilate
Orff
Rossini
- Stabat Mater
- Messa di gloria
Schubert
Verdi
|